Das Wahlprogramm von Onyeka Oshionwu für Göttingen
Liebe Göttingerinnen und Göttinger, liebe Menschen, die in Göttingen zu Hause sind,
Ich liebe unsere Stadt. Hier bin ich geboren und aufgewachsen, hier engagiere ich mich – seit 2021 auch als ehrenamtliche Bürgermeisterin. In diesen Jahren habe ich gesehen, wie viel Potenzial in Göttingen steckt. Und ich habe gesehen, wo wir hinter unseren Möglichkeiten bleiben: beim bezahlbaren Wohnen, bei der Sanierung unserer Schulen, beim Schutz vor Hitzesommern, bei einer Verwaltung, die schneller werden muss.
Diese Herausforderungen lösen sich nicht von allein. Aber sie sind lösbar. Ich möchte nicht verwalten, was ist – ich möchte gestalten, was möglich ist.
Wie das gehen kann, steht in diesem Wahlprogramm. Es ist aus vielen Gesprächen entstanden, vor allem aus meiner Reihe „Göttingen, rede mit!“. Ein Programm, geschrieben von Göttingen für Göttingen.
Ich lade Sie ein, diesen Weg gemeinsam zu gehen.
Göttingen kann mehr. Gemeinsam zeigen wir, wie viel.
MEHR ZUKUNFTSSTADT
Klima und Gesundheit
Klimaschutz schützt Menschen. Als Oberbürgermeisterin werde ich Klimaschutz und Klimaanpassung gemeinsam mit der Bürgerenergiegenossenschaft, Vereinen, Initiativen und Fachleuten konsequent voranbringen. Göttingen soll auf dem Weg zur Klimaneutralität mutiger werden und erneuerbare Energien schneller ausbauen.
Kühl durch den Sommer
Ich werde ein kommunales Hitzeschutzkonzept auf den Weg bringen. Es umfasst mehr Schatten, mehr Trinkwasserstellen, mehr kühle Orte in öffentlichen Gebäuden und bessere Informationen für alle, die besonders gefährdet sind: ältere Menschen, kleine Kinder, Menschen mit Vorerkrankungen oder ohne Wohnung. Den Ausbau von Fernkälte werde ich prüfen.
Sicher bei Starkregen und Krisen
Auch Starkregen und andere Krisen müssen wir ernster nehmen. Ich werde die Starkregenvorsorge und den Katastrophenschutz stärken. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf Kitas, Pflegeeinrichtungen, Krankenstationen und Unterkünften, wo Menschen sich im Ernstfall nicht selbst helfen können. Mit Aufklärung und Übungen stärken wir die Krisenkompetenz der Bürgerschaft.
Mehr Grün, mehr Schatten, mehr Lebensqualität
Göttingen braucht mehr Grün. Nicht als Dekoration, sondern als Schutz. Neue Versiegelung werde ich sehr sorgfältig prüfen. Wo Flächen bebaut oder versiegelt werden, muss an anderer Stelle möglichst wieder entsiegelt werden. Außerdem möchte ich mehr Bäume, Obstbäume und Hochbeete fördern. So wird Göttingen grüner und kühler und wir bringen Natur und regionale Lebensmittel in den Alltag. Göttingen kann mehr Stadtgrün und damit mehr Lebensqualität für alle.
Wohnen und Bauen
Ein bezahlbares Zuhause darf kein Glücksfall sein. Ich möchte, dass Menschen mit ganz unterschiedlichen Einkommen heute und auch in Zukunft in Göttingen gut leben können.
Gemeinsam Lösungen finden
Für mich als Oberbürgermeisterin ist essenziell, mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und neue Quartiere gemeinsam mit den Menschen zu planen. Die Wohnraumagentur werde ich stärken, damit Menschen, die ihren Wohnraum neu aufteilen oder verkleinern möchten, schnell Unterstützung finden. Für prekäre Wohnsituationen möchte ich das „Bunte 111“-Modell übernehmen: Eigentümer, Bewohnende und die Stadt entwickeln gemeinsam Lösungen, damit niemand in verwahrlosten Häusern leben muss. Die „Housing First“-Strategie möchte ich ausbauen, damit wohnungslose Menschen zuerst ein Zuhause und anschließend weitere nötige Unterstützung erhalten.
Bezahlbarkeit
Ich werde den städtischen Wohnungsbau, Genossenschaften und gemeinschaftliche Wohnprojekte stärken. Vorbild ist Wien: Dort sorgen Stadt und gemeinwohlorientierte Wohnungsunternehmen seit Jahrzehnten für dauerhaft bezahlbare Wohnungen. Gleichzeitig möchte ich mehr barrierefreien Wohnraum schaffen und Leerstand konsequent bekämpfen. Ich werde eine städtische Anlaufstelle gegen Mietwucher einrichten, die berät und mit dem Mieterverein zusammenarbeitet.
Gut und sicher unterwegs
Mobilität bedeutet für mich Freiheit – ob zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Bus oder dem Auto. Ich möchte, dass alle gut und sicher an ihr Ziel kommen, ohne dass die verschiedenen Verkehrsarten gegeneinander ausgespielt werden.
Sicher ankommen
2025 gab es in Göttingen 449 Verkehrsunfälle, bei denen Menschen verletzt wurden. Diese Zahl will ich in meiner Amtszeit mindestens halbieren. Unfallschwerpunkte will ich konsequent entschärfen und dort, wo es möglich ist, Rad-, Fuß- und Autoverkehr besser voneinander trennen – zum Beispiel auf der Weender Landstraße. Die Umsetzung des Radentscheids ist zentral. Ob Maßnahmen wirken, werde ich regelmäßig überprüfen und bei Bedarf nachsteuern.
Zusammen zur Schule
Der Bringverkehr an unsere Schulen erzeugt morgens zusätzliche Staus und Verspätungen. Die Stadt kann hier aufklären und zu Konzepten wie Walking- oder Biking-Bussen, also durch Helfer begleitete Rad- und Fußrouten zu Stoßzeiten, beraten, damit Kinder den Weg zur Grundschule möglichst nicht mehr per Elterntaxi zurücklegen müssen.
Neue Wege gehen
Ein guter Nahverkehr muss zuverlässig, bezahlbar und einfach nutzbar sein. Dazu möchte ich auch neue Ansätze ausprobieren. Im Rhein-Main-Gebiet zum Beispiel wird bereits getestet, wie autonom fahrende Fahrzeuge den öffentlichen Personennahverkehr ergänzen können. Dazu gehört auch, dass Parken in unseren Parkhäusern günstiger und damit attraktiver wird, um in der Innenstadt Platz auf der Straße für Schattenplätze und Bänke oder Gastronomie zu schaffen. Denn Göttingen kann mehr als ein Nebeneinander der Verkehrsarten – wir brauchen ein gutes Miteinander.
MEHR MITMACHSTADT
Sport und Ehrenamt
Ehrenamt hält unsere Stadt zusammen. Göttingen lebt ganz wesentlich von den Menschen, die sich für andere einsetzen. Egal ob im Sportverein, bei der Feuerwehr, im Rettungsdienst, im Natur- und Artenschutz oder im sozialen Bereich: dieses Engagement verdient nicht nur Anerkennung, sondern verlässliche Unterstützung.
Unterstützen statt ausbremsen
Ich werde die Freiwilligenagentur stärken und Förderanträge einfacher machen. Wer sich für unsere Stadt engagiert, soll möglichst wenig Zeit mit Bürokratie verbringen. Außerdem möchte ich Ehrenamtliche regelmäßig an einen Tisch holen. Niemand weiß besser als sie selbst, was ihre Arbeit leichter macht.
Platz für Gemeinschaft
Sport und Ehrenamt brauchen gute Bedingungen. Deshalb will ich den Kiessee behutsam weiterentwickeln, neue Sportmöglichkeiten schaffen und Vereine bei ihren Bauprojekten unterstützen. Gemeinsam mit dem Stadtmarketing möchte ich außerdem Räume vermitteln, damit Initiativen und Vereine gute Orte für ihre Arbeit finden. Im Göttinger Westen möchte ich schnell eine Freilufthalle bauen und für den Sportbedarf in allen Ortsteilen pragmatische, umsetzbare und gemeinsam mit den Vereinen entwickelte Lösungen schaffen.
Gemeinsam mehr erreichen
Ich will bestehende Angebote des Landkreises noch stärker nutzen, statt Parallelstrukturen zu schaffen. Gleichzeitig geht mit mir die Stadt mit gutem Beispiel voran und unterstützt das Engagement ihrer eigenen Mitarbeitenden für gemeinnützige Projekte und Vereine.
Kultur und Teilhabe
Ein Qualitäts- und Wettbewerbsfaktor unserer Stadt ist ihre vielfältige Kunst- und Kulturlandschaft. Kultur macht unsere Stadt lebendig. Sie bringt Menschen zusammen, regt zum Nachdenken an und schafft Orte der Begegnung. Ich möchte, dass möglichst viele Menschen unabhängig von Alter und Einkommen daran teilhaben können.
Kultur für alle
Ich will das Haus der Kulturen erhalten. Die musa und das KAZ möchte ich weiter stärken und Räume für junge Kultur schaffen. Die Kulturpforte möchte ich bekannter machen, damit Menschen mit wenig Geld leichter Konzerte, Theater oder Museen besuchen können. Ich strebe eine FamilienCard nach Stuttgarter Vorbild an, die es allen Kindern und Jugendlichen ermöglicht, an Freizeit- und Bildungsangeboten teilzunehmen.
Unsere Kultur sichern
Die Sanierung des Deutschen Theaters möchte ich mit Nachdruck voranbringen und Fördermittel von Bund, Land und privaten Partnerschaften einwerben. Gleichzeitig möchte ich gemeinsam mit den Kultureinrichtungen herausfinden, wie wir mehr Menschen für deren Angebote begeistern können.
Faire Chancen
Alle Kinder und Jugendlichen verdienen die gleichen Chancen. Deshalb werde ich Bildungs- und Teilhabeleistungen durch ein neues Team schneller bearbeiten und die Antidiskriminierungsstelle dauerhaft sichern. Gute Bildung und kulturelle Teilhabe dürfen nicht vom Geldbeutel abhängen.
Bürgerbeteiligung und Demokratie
Ich bin überzeugt: Gute Entscheidungen entstehen dort, wo Menschen mitreden können. Deshalb möchte ich Bürgerinnen und Bürger früher beteiligen und nicht erst dann, wenn alles entschieden ist. Gleichzeitig geht ohne Vertrauen nichts. Die Quartierszentren in Göttingen schaffen genau dieses Vertrauen zu den Menschen im Viertel, diese Arbeit möchte ich stärken.
Miteinander ins Gespräch kommen
Die Ortsräte und Fachbeiräte werde ich stärken, enger verzahnen und dort, wo es keine Ortsräte gibt, regelmäßige Bürgerforen einführen. Mit meinem Format „Göttingen, rede mit!“ habe ich erlebt, wie viele gute Ideen entstehen, wenn Menschen miteinander statt übereinander sprechen. Diese Reihe aus fünf Foren hat auch mein Wahlprogramm, das Sie gerade lesen, wesentlich mitgeprägt.
Mehr Transparenz und Mitbestimmung
Mit einer Stadt-App werde ich Beteiligung einfacher machen. Außerdem will ich ein Bürgerbudget einführen. Dabei entscheidet die Bürgerschaft selbst über einen Teil des städtischen Haushalts und kann Projekte direkt auf den Weg bringen. Ich möchte außerdem prüfen, wie wir auch städtische Gesellschaften transparenter machen können. Denn Göttingen kann mehr, wenn Politik zuhört, erklärt und gemeinsam mit den Menschen gestaltet.
MEHR MACHBAR MACHEN
Verwaltung und Digitalisierung
Eine gute Verwaltung merkt man dann, wenn sie einfach funktioniert. Ich möchte, dass Anliegen schnell bearbeitet werden und die Menschen nachvollziehen können, wie Entscheidungen entstehen. Ich werde eine Verwaltung leiten, die an den Lebenslagen der Menschen ausgerichtet ist, statt an starren Zuständigkeiten.
Einfacher und schneller
Ich werde mehr Dienstleistungen digital anbieten und Bearbeitungszeiten Schritt für Schritt verkürzen. Gleichzeitig möchte ich die Zusammenarbeit zwischen den Fachbereichen verbessern. Wer ein Anliegen hat, soll nicht von Tür zu Tür geschickt werden, sondern möglichst alles an einer Stelle erledigen können.
Von den Besten lernen
Andere Städte zeigen, wie moderne Verwaltung gelingen kann. Gute Ideen werde ich nach Göttingen holen – zum Beispiel flexible Teams wie in Kiel, die dort unterstützen, wo gerade besonders viel zu tun ist. Gleichzeitig will ich die Stadt Göttingen als Arbeitgeberin attraktiver machen und in gute Führung, moderne Personalgewinnung und Weiterbildung investieren. Wie in Brüggen will ich ein zentrales Fördermittelmanagement, um mehr externes Geld nach Göttingen zu holen.
Digital und persönlich
Digitalisierung soll Wege verkürzen, aber nicht den Kontakt zu den Menschen ersetzen. Deshalb werde ich regelmäßig überprüfen, ob neue Angebote den Alltag wirklich einfacher machen. Mit meinen Anträgen zur Stadt-App und zum Bürgerkoffer gehen wir einen ersten Schritt in Richtung einer Verwaltung, die da ist, wo die Menschen sind.
Innenstadt und Tourismus
Unsere Innenstadt ist das Herz Göttingens im Herzen Deutschlands. Sie soll ein Ort sein, an dem Menschen gerne einkaufen, wohnen, arbeiten und sich begegnen. Deshalb begleite ich die Leerstandsstrategie des Stadtmarketings eng, damit leerstehende Flächen wieder mit Leben gefüllt werden. Für mehr Sauberkeit sorgen zusätzliche und tiersichere Mülleimer sowie häufigere Reinigungen, finanziert über eine Verpackungsmüllabgabe.
Wohnen mittendrin
Die Innenstadt ist nicht nur Einkaufsort, sondern auch Zuhause für viele Menschen. Deshalb stärke ich ihre Lebensqualität, beispielsweise mit einem sozialen Zentrum, öffentlichen Toiletten und kühlen Aufenthaltsorten an heißen Tagen. Mit einer regelmäßigen Ortsversammlung Innenstadt bringe ich Bewohnerschaft, Handel und Gastronomie an einen Tisch. Konflikte zwischen Außengastronomie, Parkplätzen und guter Erreichbarkeit löse ich gemeinsam mit den Betroffenen.
Stadtbibliothek der Zukunft
Ich entwickle unsere Stadtbibliothek nach dem Vorbild Helsinkis zu einem offenen Wohnzimmer der Stadt: mit modernen Lern- und Aufenthaltsräumen, Medialabs, einer Spielewelt für Kinder sowie einem Digitalbereich mit 3D-Druckern, Podcast-, Musik- und Greenscreen-Studio.
Mehr Gäste. Mehr Leben.
Göttingen hat mit seiner Universität, seinen Festivals, seiner Geschichte und der guten Lage die idealen Grundvoraussetzungen für die Entwicklung einer Tourismusstrategie. Mit starkem Handel und lebendiger Gastronomie, Plätzen ohne Konsumzwang zum Verweilen und einem starken Stadtmarketing schaffen wir Gründe, länger zu bleiben, wiederzukommen und Göttingen weiterzuempfehlen.
Wirtschaft und Wissenschaft
Eine starke Wirtschaft schafft Arbeitsplätze, sichert Wohlstand und gibt unserer Stadt Zukunft. Göttingen hat dafür mit seiner exzellenten Forschung, innovativen Unternehmen, starkem Handwerk und kreativen Köpfen beste Voraussetzungen. Dieses Potenzial möchte ich besser nutzen.
Ideen, die Arbeitsplätze schaffen
Göttingen ist die Stadt des Wissens. Mit Universität, PFH, HAWK sowie den Max-Planck-, Fraunhofer- und Leibniz-Instituten haben wir enormes Potenzial. Ich möchte Forschung schneller in gute Arbeitsplätze, erfolgreiche Unternehmen und Innovationen für unsere Region verwandeln. Dafür braucht es einen City Campus und eine Stadtkultur, die Start-ups vor Ort hält.
Starke Wirtschaft. Starke Partner.
Unternehmen brauchen eine Verwaltung, die möglich macht. Deshalb schaffe ich eine zentrale Anlaufstelle, die Genehmigungen schneller, einfacher und verlässlicher macht. Gewerbeflächen sollen durch ein Gewerbeflächenkataster besser genutzt werden. Mit ausreichend Flächen und besseren Bedingungen für Ausbildung, Betriebsnachfolge und Fachkräfte stärke ich das Handwerk.
Ein Göttingen Think Tank
Ergänzend zu Bürger*innenräten möchte ich einen unabhängigen Göttingen Think Tank ins Leben rufen. Dort arbeiten Menschen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Handwerk, Kultur, Vereinen und Stadtgesellschaft an den großen Zukunftsfragen. Denn Göttingen kann mehr, wenn wir das Wissen unserer Stadt besser zusammenbringen.
MEHR STADT FÜR ALLE
Kinder, Jugendliche und Familie
Kinder verdienen die besten Chancen, unabhängig davon, wo sie aufwachsen oder wie viel Geld ihre Eltern haben. Ich möchte, dass Göttingen eine Stadt ist, in der Familien gerne leben und junge Menschen ihre Zukunft sehen.
Gut aufwachsen und mitreden
Ich werde Spiel- und Freizeitflächen weiter ausbauen und Kinder sowie Jugendliche stärker an Entscheidungen beteiligen. Die Zusammenarbeit mit dem Jugendparlament und den Jugendzentren möchte ich intensivieren. Wer in einer Stadt lebt, soll sie auch mitgestalten können.
Stark fürs Leben
Die psychische Gesundheit junger Menschen möchte ich stärker in den Blick nehmen. Vorbild ist ein Modell aus Bochum, bei dem Schulen, Kitas und Fachleute gemeinsam daran arbeiten, seelische Belastungen früh zu erkennen und Kinder besser zu unterstützen.
Beste Bildung
Ich werde eng mit den Schulen und Kitas zusammenarbeiten. Eine gute Kommunikation zwischen Verwaltungsspitze, Jugendhilfe, Schulen und Kitas ist die Voraussetzung, um auf die Situation und die Bedürfnisse vor Ort zu reagieren und gemeinsam die Qualität unseres Angebotes noch weiter zu verbessern. Gute Rahmenbedingungen für Inklusion müssen überall gegeben sein. Familien sollen außerdem über die Stadt-App schneller erfahren, welche Angebote es für sie gibt. Schulen sollen über eine zentrale Plattform eine Übersicht über alle außerschulischen Lernangebote bekommen. Ich möchte zudem prüfen, ob Göttingen zur Pilotstadt werden kann, um vorschulischen Förderbedarf strukturiert zu erkennen und förderbedürftige Kinder gezielt vor der ersten Klasse zu unterstützen.
Barrierefrei auch im Alter
Mir ist wichtig, dass Menschen in Göttingen in jedem Alter selbstbestimmt, aktiv und gut begleitet leben können. Wer unsere Stadt über Jahrzehnte geprägt hat, verdient eine Stadt, die auch im Alter gut funktioniert. Dafür braucht es ein Göttingen, das Barrieren abbaut, Teilhabe ermöglicht und die Bedürfnisse älterer Menschen konsequent mitdenkt.
Gut wohnen
Ich will barrierefreie Wohnungen und Wege fördern, Treffpunkte stärken und neue Wohnformen wie Mehrgenerationenhäuser unterstützen. Gute Nachbarschaften helfen dabei, möglichst lange selbstständig zu leben.
Gemeinsam statt einsam
Einsamkeit betrifft Menschen jeden Alters. Deshalb möchte ich Vereine, Kirchen, Kultur, Sport und soziale Einrichtungen besser vernetzen und Begegnungsorte in den Stadtteilen fördern und die Nachbarschaftszentren stärken.
Digital dabei
Digitalisierung darf niemanden ausschließen. Ich werde ein Patenschaftsprogramm aufbauen, bei dem Ehrenamtliche insbesondere ältere Menschen beim Umgang mit Smartphone, Tablet oder Online-Diensten unterstützen.
Gemeinsam gestalten
Ältere Menschen verfügen über einen großen Erfahrungsschatz, den wir stärker nutzen sollten. Deshalb werde ich den regelmäßigen Austausch mit Seniorinnen und Senioren fördern und ihre Anliegen frühzeitig in politische Entscheidungen einbeziehen. Fruchtbar wird ein solcher Austausch vor allem dann, wenn er generationenübergreifend stattfindet, dafür stehe ich. Denn eine generationenfreundliche Stadt ist eine Stadt, in der alle gut und gerne leben können.
Göttingen, unser Zuhause
Göttingen lebt von den Menschen, die hier zu Hause sind. Ich möchte, dass alle, die in unserer Stadt leben, und auch die, die neu ankommen, sich sicher fühlen und einbringen können.
Gut ankommen
Ich werde die Willkommens- und Beratungsangebote weiter ausbauen und Informationen einfacher zugänglich machen. Gemeinsam mit Unternehmen, Hochschulen und Bildungseinrichtungen möchte ich Sprachförderung stärken und den Einstieg in Ausbildung und Beruf erleichtern. Sprachkenntnisse und eine gute Vernetzung mit Kitas, Schulen, Vereinen und der Stadtgesellschaft helfen dabei, dass nicht nur die Neuankommenden selbst, sondern auch ihre Familien schnell in Göttingen heimisch werden.
Wo Respekt zu Hause ist
Ich will, dass Göttingen eine Stadt ist, in der sich alle sicher und willkommen fühlen. Deshalb möchte ich den Aktionsplan zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer und häuslicher Gewalt und meinen Antrag „Göttingen sicher bei Nacht“ schnellstmöglich umsetzen. Niemand sollte aufgrund von sexueller Orientierung, Herkunft, Glauben oder Lebensweise Angst vor Ausgrenzung, Hass oder Gewalt haben.
Vielfalt als Stärke
Unsere Stadt lebt von ihrer Offenheit. Ich werde mich dafür einsetzen, dass alle Menschen ihre Fähigkeiten einbringen und am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Ich möchte den Zusammenhalt stärken und Begegnungen in Vereinen, Nachbarschaften und im Ehrenamt fördern. Wenn Menschen hier ihre Zukunft sehen und sich engagieren, stärkt das auch unsere Wissenschaft, unsere Wirtschaft und unsere gesamte Stadt. Ich bin überzeugt: Göttingen kann mehr, wenn wir Vielfalt als Stärke begreifen.